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Temporal Communities – Doing Literature in a Global Perspective

Ein neues Verst?ndnis von Literatur über Zeiten, Kulturgrenzen und Medien hinweg

27.09.2018

Literatur wirkt über Zeiten und R?ume hinweg.

Literatur wirkt über Zeiten und R?ume hinweg.
Bildquelle: Daniel Stader / Isabelle Fellner

Ziel des Clusters?Temporal Communities – Doing Literature in a Global Perspective?ist es, die Konzeption von Literatur in globaler Perspektive grundlegend neu zu denken. Dazu ist es n?tig, traditionelle Rahmenkategorien der Literaturgeschichte wie ,Nation‘ und ,Epoche‘ zu überwinden. In globaler Perspektive erkennen wir Literatur als ein Ph?nomen, das in der Zeit wirkt und durch die Zeit. Damit stellt die global verstandene Literatur traditionelle Kultur- und Sprachgrenzen in Frage. Als globales Ph?nomen zeigt Literatur ein vielf?ltigeres Gesicht, weil sie immer in Austausch mit anderen Künsten und kulturellen Praktiken steht. Es geht nicht mehr um das traditionelle Bild der gro?en Dichter und kanonischen Werke, sondern um die F?higkeit von Literatur, Gemeinschaften (communities) durch die Zeit zu stiften, die die Konzeption des Literarischen sprengen, wie sie die westlichen Gesellschaften der Moderne entwickelt haben.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des an der Freien Universit?t Berlin angesiedelten Clusters folgen dabei der Einsicht, dass Literatur grunds?tzlich als performativ begriffen werden muss, als etwas, das nur existiert, weil Menschen erz?hlen, schreiben, (vor)lesen, aufführen, illustrieren und Bilder und T?ne produzieren. Literatur berührt und verbindet unterschiedliche Medien, sie beschr?nkt sich nicht allein auf (gedruckten) Text, sondern umfasst auch Aufführung, Illustration, (Pop-)Song und Kino. Daher stehen die mannigfachen Verflechtungen – besonders die zeitlichen Verflechtungen –, durch die Literatur global wird, im Mittelpunkt des Forschungsprogramms des Clusters. Denn im Falle der Literatur hei?t ?global sein‘ vor allem ?verflochten sein‘ – und zwar über lange Zeitr?ume, kulturelle Kontexte und Medien hinweg.

Mit dem Konzept der ?Temporal Communities“ kann dabei beschrieben werden, wie Literatur über R?ume und Zeiten hinweg ausgreift und dabei – manchmal über Jahrtausende – komplexe Netzwerke ausbildet und in st?ndigem Austausch mit anderen Künsten, Medien, Institutionen und gesellschaftlichen Ph?nomenen steht. ?Wir verstehen unter den ?Temporal Communities‘ das komplexe Zusammenspiel der vielf?ltigen Beziehungen in Raum und Zeit, die literarische Gegenst?nde eingehen und durch deren Verflechtung sie überhaupt erst zu Literatur werden,“ sagt Andrew James Johnston, Professor für Englische Philologie an der Freien Universit?t Berlin und Sprecher des Clusters.

Andrew James Johnston und Anita Traninger, Professor und Professorin für Literaturwissenschaft an der Freien Universit?t Berlin, sind Sprecher und Sprecherin des geplanten Clusters.

Andrew James Johnston und Anita Traninger, Professor und Professorin für Literaturwissenschaft an der Freien Universit?t Berlin, sind Sprecher und Sprecherin des geplanten Clusters.
Bildquelle: Miriam Klingl

Der Cluster kooperiert mit internationalen und lokalen Partnern etwa der University of California, Berkeley; der Jawaharlal-Nehru University, New Delhi; der Bibliotheca Hertziana, Rom sowie der Staatsbibliothek zu Berlin, dem Museum Hamburger Bahnhof und dem Literarischen Colloquium Berlin. ?Wir setzen auf eine flexible Organisationsstruktur, die es uns erm?glicht, kleinere und mittelgro?e Projekte von Forschenden aller Karrierestufen unter Beteiligung internationaler Fellows zu entwickeln und durchzuführen,“ erkl?rt Anita Traninger, Professorin am Institut für Romanische Philologie der Freien Universit?t Berlin und Sprecherin des Clusters. Mit seiner ambitionierten Digital Humanities-Komponente und kreativer, forschungsorientierter Lehre sowie Kooperationen mit der Berliner Kultur- und Literaturszene wolle der Cluster einen aktiven Beitrag zum Berliner literarischen Leben leisten und auch ein breites, nicht-wissenschaftliches Publikum erreichen.

Sprecher und Sprecherin: Prof. Dr. Andrew James Johnston (Freie Universit?t Berlin), Prof. Dr. Anita Traninger (Freie Universit?t Berlin)

Antragstellende Hochschule: Freie Universit?t Berlin

Kooperationspartner:

International:

  • Bibliotheca Hertziana, Rom

  • Columbia University

  • Jawaharlal Nehru University, Delhi

  • King’s College, London

  • The University of California, Berkeley

  • The University of Tokyo

National und Lokal:

  • Akademie der Künste, Berlin

  • Forschungsverbund Marbach-Weimar-Wolfenbüttel (MWW)

  • Hamburger Bahnhof, Berlin – Museum für Gegenwart Berlin

  • Haus der Kulturen der Welt (HKW)

  • Ibero-Amerikanisches Institut (IAI)

  • Internationales Literaturfestival Berlin (ilb)

  • Lettrétage – Das junge Literaturhaus

  • Literarisches Colloquium Berlin

  • Schaubühne

  • Staatsbibliothek zu Berlin, Preu?ischer Kulturbesitz

Berliner Universit?ten im Verbund